Kulturperle in Sachsen – darum ist Leipzig so beliebt

‚Mein Leipzig lob ich mir‘ – mit diesem bekannten Zitat würdigte Johann Wolfgang von Goethe bereits im Jahr 1765 die sächsische Stadt, als er sie erstmalig besuchte, denn Leipzigs Lebendigkeit liebte der Dichter von Anfang an.
Er sollte Recht behalten: In den vergangenen Jahren wuchs die Beliebtheit von Leipzig sowohl bei ihren Einwohnern als auch bei Zugezogenen stetig an. Auch für Besucher ist die größte Stadt Sachsens ein häufig ausgewähltes Urlaubsziel. Warum sich gerade Leipzig zu einem so begehrten Wohnort entwickelt hat, wird hier erklärt.

Reich an kulturellen Reizen:

Leipzig ragt mit einer Vielfalt an Besonderheiten hinsichtlich Kunst, Kultur und Bildung heraus. Zu den bekanntesten kulturellen Höhepunkten der Stadt zählen der im Jahr 1212 ins Leben gerufene Thomanerchor in der Thomaskirche, die jährlich stattfindende Leipziger Buchmesse und eine der traditionsreichsten Universitäten des Landes. Namhafte Komponisten wie Richard Wagner, Felix Mendelssohn Bartholdy und Johann Sebastian Bach beeinflussten die musikalische Entwicklung Leipzigs. Wie anfangs erwähnt schätzte Johann Wolfgang von Goethe Leipzig genauso wie Thomas Mann, Clara Schumann und Gotthold Ephraim Lessing, um nur ein paar von denen zu nennen, die mit der Stadt in Verbindung gebracht werden.

Für alle Altersschichten interessant:

In Leipzig liegen Althergebrachtes und Modernes dicht beieinander. Deswegen ist die Stadt für Studenten genauso attraktiv wie für Senioren, für Familien ein ebenso geeigneter Ort zum Leben wie für Freunde von Szenevierteln.

Für diejenigen, die das ‚klassische‘ Leipzig bevorzugen, bieten sich das Deutsche Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Bücherei, das Opernhaus oder die Leipziger Kammerphilharmonie an.

Überdies gilt Leipzig als sehr seniorengeeignet, da ungefähr ein Viertel der Einwohner über 60 Jahre alt sind. Aus diesem Grund werden verschiedene Möglichkeiten geboten, um die Lebensqualität der älteren Stadtbewohner lange aufrechterhalten zu können. Die Leipziger Senioren profitieren von Möglichkeiten wie dem Seniorenstudium, um sich im Alter noch fortbilden zu können, oder den Anlaufstellen für Seniorentreffpunkte.

Ist man eher auf der Suche nach Zerstreuung im alternativen Leipzig, so ist die Südvorstadt ein geeignetes Ziel. Ein gehobeneres Wohnviertel ist hingegen Leipzig Gohlis mit seinen Villen und Altbauten. Allerdings sind Wohnungen in diesem Viertel auch sehr gefragt und mitunter schwierig zu bekommen, denn es gibt mehr Wohnungssuchende als wie Wohnraum vorhanden ist.

Ob man als Tourist wegen des seit 1458 bestehendes Weihnachtsmarktes anreist oder um das vielseitige Angebot des Leipziger Nachtlebens zu nutzen – für jeden lässt sich hier das Passende finden. Kulinarisches Kulturerbe sind die ‚Leipziger Lerche‘, ein Mürbteigküchlein mit einer Füllung aus Marzipan oder Marmelade, die ‚Leipziger Räbchen‘, in Eierkuchenteig ausgebackene Pflaumen, sowie die Gemüsemischung ‚Leipziger Allerlei‘.

Bunte Szene wie in Berlin:

Die Leipziger Szenestadtteile wie Connewitz oder Plagwitz haben sich inzwischen so weit herausgemacht, dass sie durchaus mit vergleichbaren Berliner Vierteln mithalten können. Anders als dort geht es in Leipzig oftmals ungezwungener zu. Während sich die Gäste in Cafés anderer Städte zum Bestellen eines Getränks oder einer Speise verpflichtet sehen, um verweilen zu können, so werden in Leipzig solche Regeln deutlich gelockert. Bier oder Kaffee werden teilweise von den Gästen selber mitgebracht, dafür werden sie aber nicht der Örtlichkeit verwiesen, sondern mischen sich unter die übrigen Anwesenden.

Im Vergleich zu anderen großen Städten Deutschlands ist Leipzig trotz allem überschaubarer und hat sich seine familiäre Atmosphäre bewahrt. Die günstigen Mieten ziehen vor allem Wohnungssuchende mit begrenztem Budget und angehende Akademiker von außerhalb an. All dies bringt wiederum nicht nur Vorteile mit sich: Leipzig ist wegen des schnellen Wandels wirtschaftlich verhältnismäßig schlechter aufgestellt als andere deutsche Großstädte. Studierte verlassen die Stadt meistens wieder, nachdem sie den Abschluss in der Tasche haben, denn Leipzig bietet ihnen vergleichbar niedrigere Chancen auf einen Arbeitsplatz. Auf der anderen Seite verbringen mehr als 40.000 Studenten ihre Studienjahre in Leipzig, was maßgeblich zur facettenreichen Szene beiträgt und ähnlich wie in Orten wie Oldenburg oder Münster das alltägliche Stadtbild prägt. Über 5000 der Studenten kommen aus dem Ausland, was die Leipziger Szenekultur mit internationaler Abwechslung bereichert.

Anders als andere Orte in Deutschland ist Leipzig mit Sicherheit und fällt ein bisschen aus der Reihe. Aber vermutlich kann die Sachsenmetropole gerade deshalb mit ihren Eigenarten eine breite Masse an Älteren und Jüngeren aus unterschiedlichen Schichten für sich gewinnen und bleibt nach wie vor eine lebenswerte Stadt.